Marktkommentar, November/Dezember 2025

Vielfältige Wirkungen des neuen amerikanischen Fiskalgesetzes

Marktkommentar, November/Dezember 2025

Vielfältige Wirkungen des neuen amerikanischen Fiskalgesetzes

Der amerikanische Kongress hat im dritten Quartal ein neues Fiskalgesetz verabschiedet, den sogenannten OBBBA, One Big Beautiful Bill Act. Darin werden verschiedene fiskalische Entscheidungen getroffen, welche für die Vereinigten Staaten und auch global von Bedeutung sind. Die Auswirkungen des OBBBA sind vielschichtig, und es ist dabei zwischen kurz- bis mittelfristigen und langfristigen Wirkungen zu unterscheiden. Auch wenn eine präzise Quantifizierung wegen unsicheren Faktoren wie beispielsweise der Änderung des Konsumentenverhaltens nicht möglich ist, deutet doch vieles auf Folgendes hin: Die amerikanische Konjunktur dürfte durch die neue fiskalische Ausrichtung positiv beeinflusst werden, was die bremsenden Effekte der US-Handelspolitik kompensieren könnte. Jedoch wird die amerikanische Staatsverschuldung ebenfalls ansteigen, was den US-Dollar mittelfristig belasten könnte. Die Auswirkungen für US-Unternehmen werden wahrscheinlich gewinnerhöhend sein, während langfristig amerikanische Staatsanleihen gegenüber amerikanischen Aktien benachteiligt werden könnten.

Das vom US-Kongress zu Beginn des dritten Quartals verabschiedete neue Fiskalgesetz hat einen komplizierten Namen: OBBBA, One Big Beautiful Bill Act. Auch die Details haben es in sich. Zum einen werden Steuerbestimmungen aus der ersten Amtszeit von Präsident Trump verlängert, zum anderen ändern sich Abzugsmöglichkeiten und Staatsausgaben massiv. Nachfolgend die wichtigsten Gesetzesbestimmungen.

Entscheidend ist, dass die Steuersenkungen für Privathaushalte und vor allem für Unternehmen von 2017 nun beibehalten werden, also nicht auslaufen. Dies dürfte verglichen mit einem Szenario des Nichtzustandekommens des OBBBA ein positiver Faktor für US-Unternehmen sein, da permanente Steuersenkungen bekanntlich Firmengewinne erhöhen.

Zudem treten zusätzliche Steuersenkungen in Kraft, die in Trumps erster Amtszeit noch nicht galten. Dazu gehören Steuerreduktionen für Überstunden und Trinkgelder, die insbesondere im Gastgewerbe eine wichtige Einnahmequelle darstellen.

Im Weiteren werden Steuerabzüge für Senioren und eine Abzugserhöhung bei den Steuern der Bundesstaaten und Gemeinden beschlossen. Letzteres ermöglicht den Amerikanern insbesondere nun Immobiliensteuern von den Einkommenssteuern abzuziehen.

Ohne das Zustandekommen des OBBBA wären die Steuersenkungen von 2017 Ende dieses Jahres ausgelaufen, und damit wären die Einkommen der amerikanischen Haushalte und die Gewinne von US-Unternehmen negativ beeinflusst worden. Dies ist nun dank der knappen Verabschiedung dieses Gesetzes im US-Kongress glücklicherweise nicht der Fall. Damit und durch die zusätzlichen Steuersenkungen dürfte OBBBA für die US-Konjunktur also positive und wachstumsfördernde Auswirkungen haben, die kurz- und mittelfristig eintreten sollten.

Das OBBBA genannte Gesetz führt zu Wachstumsimpulsen für die US-Wirtschaft und US-Unternehmen, aber auch zur Erhöhung der Staatsverschuldung.

Gérard Piasko, Chief Investment Officer

Amerikanische Unternehmen werden davon profitieren, dass Firmeninvestitionen wieder stärker steuerbefreit werden, was zu einer Erhöhung der US-Investitionstätigkeit führen sollte. Zusätzlich zu den von den grössten Technologie- und Kommunikationskonzernen schon bekanntgegebenen massiven Investitionen für Künstliche Intelligenz und Datenzentren werden daher nun auch mittelgrosse amerikanische Firmen die US-Wirtschaft mit mehr Investitionen unterstützen können.

Ebenso wichtig ist die Erhöhung der Ausgaben für die Verbesserung der Sicherheit und der Verteidigung der USA bzw. für das Militär, zusammen über 300 Mrd. US-Dollar zusätzliche Staatsausgaben. Auch diese Massnahmen, die durch Kürzung bei „Medicaid“ (medizinische Sozialleistungen) finanziert werden, dürften die amerikanische Konjunktur im Wachstum unterstützen und die negativen Auswirkungen der US-Zollerhöhungen ausgleichen helfen.

Allerdings werden nicht nur die Gewinne der Firmen und das Wirtschaftswachstum durch das Fiskalgesetz OBBBA ausgebaut. Auch die US-Staatsverschuldung könnte sich langfristig dadurch erhöhen. Analystenschätzungen sprechen von einer möglichen Erhöhung im Rahmen von rund 3 Bio. US-Dollar auf einen Zeithorizont von 10 Jahren, was die US-Staatsverschuldung in Prozent des Bruttoinlandproduktes auf einen neuen Höchststand bringen dürfte. Dies wäre für US-Staatsanleihen und den US-Dollar wohl weniger positiv, während sich die Erhöhung des Gewinn- und Wirtschaftswachstums für amerikanische Aktien mittelfristig positiv auswirken wird.

Gérard Piasko

Gérard Piasko

Gérard Piasko leitet als Chief Investment Officer die Anlagekommunikation der Privatbank Maerki Baumann. Zuvor war er über viele Jahre Chief Investment Officer bei Julius Baer, bei Sal. Oppenheim und bei der Deutschen Bank.

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Redaktionsschluss: 7. November 2025

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