Marktkommentar, März / April 2026

Irankrise

Marktkommentar, März / April 2026

Irankrise

Nach dem Scheitern der Verhandlungen ist es zu kriegerischen Entwicklungen um den Iran gekommen. Die ökonomischen Risiken konzentrieren sich dabei auf den Anstieg der Ölpreise, der zu höherer Inflation führen kann, falls er lange Zeit anhält. Wegen der dieses Jahr starken Fiskalstimulierungen in Deutschland, Japan und vor allem den USA durch die Big Beautiful Bill mit Steuersenkungen und höheren Regierungsausgaben sollte eine Rezession jedoch nicht das Basisszenario sein. Aufgrund der gestiegenen geopolitischen Risikoprämie ist aber mit einer Phase höherer Volatilität in den Märkten zu rechnen.

Seit dem Schlag der USA und Israels gegen die Atomanlagen im Juni 2025 gelang es dem Iran nicht nur, rund 400 Kilogramm hochangereichertes Uran zu verstecken, sondern auch, partiell Nuklearanlagen zu reparieren und vor allem das iranische Drohnen- und Raketenarsenal stark auszubauen. In den Verhandlungen mit den USA Ende Februar lehnte der Iran die Aufforderung zur Reduzierung des wieder aufgebauten Drohnen- und Raketenarsenals und zur Aufgabe der Nuklearanreicherung ab. Darauf griffen amerikanische und israelische Luft- und Marinestreitkräfte die iranische Führung und militärische Ziele an, was der Iran mit Raketen und Drohnen auf Israel und US-Militärbasen, aber auch auf die Golfnachbarn Saudi-Arabien, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate beantwortete. Die Situation ändert sich laufend, weshalb jede Einschätzung durch neue Ereignisse überholt werden kann, dennoch möchten wir hier einige interessante Überlegungen aufzeigen.

Durch die zwischen dem Iran und Oman gelegene Meerenge von Hormus werden über 20 % der globalen Ölexporte und der Flüssiggas-Ausfuhren (LNG) transportiert. Von diesen gehen über 80 % nach Asien, hauptsächlich nach China (speziell iranisches Öl), Indien, Korea und Japan. Vom Flüssiggas geht auch ein Teil nach Europa, während die USA bei Erdöl wie bei LNG wirtschaftlich unabhängig sind und den Weltmarkt im Notfall über ihre strategischen Ölreserven bzw. LNG-Produktion besser versorgen könnten.

Im Vorfeld des Irankrieges bzw. seit Ende Dezember zeigten sich vorgezogene Ölkäufe, entsprechend stärker aufgefüllte Lager und steigende Ölpreise in Antizipation einer Eskalation mit dem Risiko einer partiell blockierten Durchfahrt durch die Meerenge von Hormus. Eine Sperrung von Hormus durch den Iran würde diesen besonders hart treffen, weil damit die einzigen Staatseinnahmen eliminiert würden. Der Iran produziert etwa 4 % des globalen Ölangebots. Noch im Dezember, also vor der Entwicklung der Irankrise, war der globale Ölmarkt von einem im Verhältnis zur Nachfrage klar höheren Angebot gekennzeichnet und damit historisch von eher tiefen Preisen. Derzeit verkehren aufgrund reduzierten Versicherungsschutzes und des Drohnen- und Raketenrisikos kaum Öltanker durch die Meerenge, daher und durch den Aufbau einer geopolitischen Risikoprämie sind die Ölpreise angestiegen. Grundsätzlich erscheint aufgrund von Reservekapazitäten in Saudi-Arabien oder den USA ein kurzfristiger, partieller Unterbruch der Hormus-Transporte weniger ein Problem als eine längere Zeit, also mehrere Wochen oder gar Monate blockierte Durchfahrt. Allerdings wird auch eine mehrwöchige Sperrung von Hormus durch den jüngsten Anstieg des Ölpreises teilweise antizipiert.

Die Antwort der Finanzmärkte auf die Irankrise ist eine Erhöhung der geopolitischen Risikoprämie.

Gérard Piasko, Chefökonom

Ein massiver iranischer Angriff auf saudische Öl-Infrastrukturanlagen würde die Ölpreise ansteigen lassen, während eine Ausweitung der saudischen oder amerikanischen Ölproduktion oder eine Freigabe der strategischen US-Ölreserven für den globalen Ölmarkt und damit für mögliche Inflationserhöhungen eine Entlastung wäre. Nur eine massive und vor allem lang anhaltende Reduktion des globalen Ölangebotes würde wohl das globale Wirtschaftswachstum, das durch Fiskalstimulierungen der USA, Japans und Europas derzeit angetrieben wird, deutlich reduzieren können, weshalb ein Rezessionsrisiko nicht das Hauptszenario sein muss und Panikverkäufe von Aktien vermieden werden sollten.

Die Antwort der Finanzmärkte auf die Irankrise ist wie bei anderen Kriegen eine Erhöhung der geopolitischen Risikoprämie. Diese resultiert bei Öl wie gezeigt in einer Preiserhöhung und berechtigterweise beim sicheren Hafen Gold über eine stärkere Nachfrage ebenfalls. Bei Aktien zeigen sich in geopolitischen Krisen oft kurzfristig Bewertungsreduktionen, die historisch meist nach rund 6 bis 12 Monaten aufgeholt wurden – nach dem Motto «politische Börsen haben kurze Beine». Zu den durch höhere Ölpreise verletzlicheren Aktienbranchen gehören traditionell Fluggesellschaften (höhere Kosten, weniger Einnahmen) oder Chemiefirmen (höhere Produktionskosten). Von geopolitischen Unsicherheiten haben historisch Gold-/Öl- oder Militäraktien hingegen eher profitieren können. 

Gérard Piasko

Gérard Piasko

Gérard Piasko ist Chefökonom und Mitglied des Anlageausschusses. 

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Redaktionsschluss: 2. März 2026

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