Uneinheitliches globales Konjunkturbild – Qualitätsaktien bleiben interessant

Anlagepolitik, März 2024

Uneinheitliches globales Konjunkturbild – Qualitätsaktien bleiben interessant

Die Wirtschaftsdaten zeigen zurzeit ein robusteres Bild für die US-Wirtschaft als für die Konjunktur der Eurozone. Auch bei den Unternehmensabschlüssen konnten US-Firmen mit rund + 7 % ein überzeugenderes Gewinnwachstum vorlegen. Dabei überraschte besonders die Verbesserung der Gewinnmargen, die von den Technologie-, Kommunikations- und Internetfirmen angetrieben wurde. Insgesamt fielen die Quartalsresultate an der Wallstreet besser aus als vom Konsens der Analysten erwartet worden war. Dies erklärt auch die gute Performance des global wichtigsten Aktienmarktes – die USA machen über 60 % der Gewichtung des Weltaktien-Index aus. Darum bleiben Qualitätsaktien auch weiterhin interessant.

Die Wirtschaftsdaten global wichtiger Volkswirtschaften zeigen kein einheitliches Bild. Der weiterhin robuste Arbeitsmarkt und Kapitalinvestitionen der Regierung halten die US-Wirtschaft bisher stabiler als die Konjunktur der Eurozone. Insbesondere Deutschland weist eine deutliche Schwäche des Wirtschaftswachstums auf, die sich zum Beispiel in einer in den letzten Quartalen von 5 % auf 5,8 % angestiegenen Arbeitslosigkeit zeigt. Die wenig kompetent erscheinende Wirtschaftspolitik der Regierung in Berlin hilft ebenso wenig wie die vom Bundesverfassungsgericht erzwungenen Budgetänderungen, denn weniger generöse Staatsausgaben dürften das Wirtschaftswachstum in Deutschland und in der Eurozone in Zukunft bremsen. Die Konjunktur in der Schweiz hält sich besser als im benachbarten Europa, was nicht zuletzt auf die weniger konjunkturabhängige Zusammensetzung der schweizerischen Exporte zurückzuführen ist. Der hohe Anteil der nicht so stark vom Wirtschaftswachstum abhängigen Pharmaprodukte an den gesamten Schweizer Exporten ist in Phasen einer möglicherweise anstehenden globalen Wirtschaftsabschwächung ein Vorteil.

Aktien

Die bisher recht robusten ökonomischen Daten der USA und mehrheitlich überzeugende US-Firmenresultate sind mitverantwortlich für die gute Performance von US-Aktien im Verhältnis zu europäischen Aktien, die von der Konjunktur derzeit weniger Unterstützung bekommen. Für den Fall einer globalen Abschwächung des Wirtschaftswachstums erscheinen schweizerische Aktien relativ interessant. Dies aus zwei Gründen. Erstens beinhaltet die Branchengewichtung des Schweizer Aktienindex weniger konjunkturabhängige Branchen als beispielsweise jene des Weltaktien-Index oder des Euro-Stoxx-Index der Aktien der Euro-Länder. Zweitens ist das Zinsniveau in der Schweiz ebenso wie die Inflation im Vergleich aller Industrieländer am niedrigsten, was für mittelfristig eher höhere Bewertungen spricht. Zudem zeigt auch der stabile Franken die Attraktivität von Schweizer Aktien im langfristigen Horizont auf. Interessant sind derzeit aber auch globale Qualitätsaktien von Firmen, die überdurchschnittlich gute Profitabilität, stabiles Gewinnwachstum und relativ niedrige Verschuldung aufweisen. Seit Januar laufen globale Qualitätsaktien noch besser als Schweizer Aktien. Der Anlageausschuss der Bank hat daher bei Aktien eine leichte Änderung beschlossen: Die Übergewichtung von Schweizer Aktien wird behalten und etwas modifiziert, globale Qualitätsaktien werden gegenüber Schweizer Aktien um 1,25 % erhöht. Schweizer Aktien bleiben gegenüber Weltaktien 2 % übergewichtet (für ausgewogene Portfolios, übrige Risikoprofile werden proportional angepasst).

Der bisher robuste Arbeitsmarkt und Regierungsausgaben halten die US-Wirtschaft stabiler als die Konjunktur der Eurozone.

Gérard Piasko, Chief Investment Officer


Obligationen

Die Anleihen sind in letzter Zeit wieder volatiler geworden, insbesondere amerikanische Staatsanleihen. Dies aufgrund wieder veränderter Antizipation die US-Zinsentwicklung für die nächsten Monate betreffend. Der Hintergrund ist einerseits die bisher weiter anhaltende relative Stabilität der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts in den USA und andererseits die wieder steigende Volatilität der Daten zur Gesamtinflation. Für Phasen wieder zunehmender Unsicherheit dürfte es weiterhin sinnvoll sein, bei den Anleihen den Fokus auf gute Qualität zu richten. Daher favorisieren wir bei Anleihen bessere Kreditqualität, also Investment Grade, gegenüber den High-Yield- bzw. Hochzins-Anleihen. Unsere Präferenz bleibt auch vorderhand auf qualitativ überdurchschnittlichen Schweizer Anleihen bzw. Obligationen in Schweizer Franken mit gutem Kreditrating. Wie erwähnt werden Schweizer Anlagen, besonders auch Anleihen, von der im globalen Vergleich sehr tiefen Schweizer Inflation unterstützt.

Währungen

Es kann nicht wirklich überraschen, dass das global am meisten gehandelte Devisen-Paar EUR/USD seit Januar auch besonders hohen Schwankungen ausgesetzt war. Zum Jahreswechsel dominierten noch sehr hohe Zinssenkungserwartungen an die Europäische Zentralbank, doch am World Economic Forum in Davos wie auch bei anderen Gelegenheiten versuchte die EZB-Chefin Christine Lagarde die Erwartungen der Finanzmärkte betreffend Zinssenkungen wieder zu dämpfen. Daher erhöhte sich der Euro zum US-Dollar zu Jahresbeginn auf 1,11, zeigte jedoch danach wieder Gewinnmitnahmen. Parallel war der US-Dollar zum Schweizer Franken Anfang Januar auf unter 0,84 gefallen, konnte sich aber später wieder erholen. Eine Zunahme der Wahlchancen von Donald Trump bei den US-Wahlumfragen könnte den Euro übrigens gegenüber US-Dollar und Schweizer Franken belasten, da dann wohl mit mehr protektionistischen Massnahmen der USA gegenüber der EU (und auch China) gerechnet werden müsste.

Rohstoffe

Für die Entwicklung des sogenannten «Composite» (Gesamt-Index) der Rohstoffe traditionell besonders bedeutsam ist der Verlauf des Erdölpreises. Die in Paris domizilierte Internationale Energie-Agentur, welche die wichtigsten Industrieländer in Energiefragen berät, hat ihre Schätzung für das Angebotswachstum 2024 bei Erdöl auf 1,5 Mio. Fass pro Tag erhöht. Dies ist eine deutliche Erhöhung ihrer Angebotsschätzung und wird mit Produktionserhöhungen vor allem in den USA und Brasilien begründet. Da die Internationale Energie-Agentur gleichzeitig davon ausgeht, dass das globale Nachfragewachstum zurückgehen wird, erklärt der möglicherweise resultierende Angebotsüberschuss auch den Rückgang des Ölpreises trotz der Spannungen im Nahen Osten. Die Folgerung könnte daher lauten, dass innerhalb der Rohstoffe die Schwankungen beim Öl gegenüber jenen von Gold höher sein könnten, da es mehr Unsicherheitsfaktoren gibt. Gold erscheint grundsätzlich als traditionelles Diversifikationselement daher wohl sinnvoller in einem ausgewogenen Portfolio als das sehr volatile Erdöl.

Gérard Piasko

Gérard Piasko

Gérard Piasko leitet als Chief Investment Officer das Anlagekomitee der Privatbank Maerki Baumann & Co. AG. Zuvor war er über viele Jahre Chief Investment Officer bei Julius Baer, bei Sal. Oppenheim und bei der Deutschen Bank.

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Redaktionsschluss: 28. Februar 2024

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