Anlagepolitik Maerki Baumann & Co. AG

Weiter recht unsichere
Lage im Nahen Osten

Anlagepolitik, Juni 2024

Weiter recht unsichere Lage im Nahen Osten

Nach einem im historischen Vergleich über­durchschnittlichen ersten Quartal kam es im bisherigen Verlauf des zweiten Quartals zu deutlich mehr Volatilität in den Aktien­märkten. Hauptgründe waren schwankende Inflations­zahlen in den USA mit der Folge von viel weniger erwarteten US-Zinssenkungen sowie die unsichere Lage im Nahen Osten. Letztere können über den Erdölpreis die Konsumentenpreise stark verändern, wegen des niedri­geren Anteils von staatlichen Steuern beim Benzinpreis in den USA stärker als in Europa. Da die geopo­litische Situation (auch im Ukraine-Krieg) unberechenbar bleibt, behalten wir unsere taktisch ausgewogene Anlagen­aufteilung bei und favorisieren global besonders Qualitäts­unternehmen, also Firmen mit überdurch­schnittlichen Margen und relativ niedriger Verschuldung.

Nach einem im historischen Vergleich überdurch­schnittlichen ersten Quartal kam es im bisherigen Verlauf des zweiten Quartals zu deutlich mehr Volatilität in den Aktienmärkten. Hauptgründe waren schwankende Inflationszahlen in den USA mit der Folge von viel weniger erwarteten US-Zins­senkungen sowie die unsichere Lage im Nahen Osten. Letztere können über den Erdölpreis die Konsumentenpreise stark verändern, wegen des niedrigeren Anteils von staatlichen Steuern beim Benzinpreis in den USA stärker als in Europa. Da die geopolitische Situation (auch im Ukraine-Krieg) unberechenbar bleibt, behalten wir unsere taktisch ausgewogene Anlagenaufteilung bei und favo­risieren global besonders Qualitätsunternehmen, also Firmen mit überdurchschnittlichen Margen und relativ niedriger Verschuldung.

Aktien

Die globalen Aktienmärkte verzeichneten im Frühjahr eine gesunde Konsolidierung und bleiben von divergierenden Faktoren geprägt. Weniger positiv als in den ersten Monaten des Jahres wirkt einerseits das höhere Niveau der Marktzinsen bzw. die Konkurrenz durch gestiegene Anleihen­renditen. Andererseits haben die Märkte via bereits gestie­gene Obligationen­renditen die recht hartnäckige US-Inflation schon vermehrt eingepreist. Zudem zeigten sich die amerika­nischen und europäischen Unternehmens­resultate klar besser als vom Konsens der Analysten noch im April erwartet, was positiv wirkt. Insbesondere die amerikanischen Technologie- und Kommunikations­­firmen erwirtschafteten gute Quartalsresultate trotz der hohen Marktantizipationen. Was derzeit für Aktien spricht, ist zudem das global breiter abgestützte Wirtschaftswachstum, was sich inzwischen in besseren Konjunkturdaten ausserhalb der USA zeigt, wo sogar China ein besser als erwartetes Wachstum rapportierte. Das geopolitische Umfeld bleibt hingegen komplex und nicht vorhersehbar. Insbesondere die Situation im Nahen Osten kann trotz der Beruhigung Anfang Mai jederzeit zu mehr Volatilität der Finanzmärkte führen. Daher braucht es in einem breit abgestützten Portfolio neben Aktien auch Diversifikationselemente wie Rohstoffe oder Obligationen. Wir behalten eine neutrale Aktiengewichtung und favorisieren weiterhin Qualitätsaktien.

Wir setzen auf eine balancierte Anlage­gewichtung und favo­risieren besonders Qualitäts­aktien.

Gérard Piasko, Chief Investment Officer

Obligationen

Die US-Zentralbank hat den Leitzins an ihrer letzten Sitzung unverändert auf historisch hohem Niveau belassen, was von den Märkten auch so erwartet worden war. Fed-Chef Jerome Powell meinte, eine Zinssenkung sei erst angemessen, wenn sich die US-Inflation nachhaltig in Richtung des von der US-Zentralbank anvisierten Inflationsziels von 2 % bewege. Auch äusserte er, der Fortschritt bei der US-Inflationsentwicklung sei in letzter Zeit geringer geworden. Die US-Zentralbank beschloss aber, ihren Abbau der Zentralbankbilanz, das sogenannte «Quantitative Tightening», zu reduzieren. Dies führte nach der letzten Fed-Sitzung zu einer Beruhigung speziell der amerikanischen Finanzmärkte. Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Vorjahresbasis bei der Inflationsentwicklung (sowie der recht unberechenbaren Fed-Kommunikations­politik) darf eine historisch klar überdurch­schnittliche Volatilität bei amerikanischen Anleihen nicht überraschen. Weniger grosse Schwankungen sind für schweizerische Anleihen zu erwarten, die auch von einer weit tieferen Inflation profitieren. Bei Unternehmens­­anleihen sollte in den kommenden Monaten selektiver auf Qualität bei der Anleihens­auswahl fokussiert werden, denn die Kreditspreads bzw. Zusatzrenditen von Unternehmens­­anleihen haben in den letzten Monaten gegenüber Staats­anleihen abgenommen. Wir favorisieren bei Unternehmensanleihen Investment-Grade-Obligationen mit guter Kreditqualität.

Währungen

Der US-Dollar wird von zwei Faktoren dominiert. Zum einen ist das Niveau des gegen die wichtigsten globalen Währungen gehandelten sogenannten Dollarindex historisch hoch, weshalb nicht von einer günstigen Bewertung des Dollars gesprochen werden kann. Zum anderen aber bleibt der klare Zinsvorteil der amerikanischen Währung sowohl bei Anlagen in Cash oder Festgeldern als auch bei den Obligationenrenditen derzeit erhalten. Dies gilt so lange, als die US-Zentralbank, auch Fed genannt (Abkürzung für Federal Reserve Bank) keine Zins­senkungen vornimmt. In den letzten Monaten wurden von der Fed die vom Markt zu Jahresbeginn erwarteten US-Zinssenkungen wegen der hoch bleibenden US-Teuerung in die Zukunft hinaus­geschoben bzw. eben noch nicht getätigt. Dies führte verständlicherweise zu einem Anstieg des US-Dollars, sowohl gegen den Euro, den japani­schen Yen als auch gegen den Schweizer Franken.

Rohstoffe

Bessere globale Konjunkturdaten erhöhten in diesem Frühjahr die Rohstoffpreise. Der Hinter­grund ist eine Verbesserung der konjunkturellen Situation in verschiedenen Ländern. Industrie­metalle stiegen besonders klar angesichts einer vom Marktkonsens nicht antizipierten Verbes­serung der Indikatoren des verarbeitenden Gewerbes. Die Digitalisierung und die Elektri­fizierung führen hier zudem zu einer strukturell steigenden längerfristigen Nachfrage. Beim Gold sollte die gesunde Konsolidierung nach einem fulminanten Anstieg im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten nicht erstaunen. Für den Ölpreis sind neben der Nahost­situation vor allem die Einschätzung der OPEC+-Staaten betreffend Produktions­ver­änderungen bedeutsam.

Gérard Piasko

Gérard Piasko

Gérard Piasko leitet als Chief Investment Officer das Anlagekomitee der Privatbank Maerki Baumann & Co. AG. Zuvor war er über viele Jahre Chief Investment Officer bei Julius Baer, bei Sal. Oppenheim und bei der Deutschen Bank.

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WICHTIGE RECHTLICHE HINWEISE: Diese Publikation dient ausschliesslich zu Informations- und Marketingzwecken und ist nicht auf die Herbeiführung eines Vertragsschlusses gerichtet, sondern enthält lediglich Markt- und Anlagekommentare von Maerki Baumann & Co. AG sowie eine Einschätzung zu ausgewählten Finanzinstrumenten. Somit stellt diese Publikation keine Anlageberatung oder individuell-konkrete Anlageempfehlung sowie kein Angebot für den Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar. Maerki Baumann & Co. AG erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Weiteren übernimmt Maerki Baumann & Co. AG keinerlei Haftung für den Inhalt dieses Dokuments und haftet insbesondere nicht für Verluste oder Schäden irgendwelcher Art, einschliesslich direkte, indirekte oder Folgeschäden, die aufgrund von in diesem Dokument enthaltenen Informationen und/oder infolge der den Finanzmärkten inhärenten Risiken entstehen können. Maerki Baumann & Co. AG ist Inhaberin der Schweizerischen Bankbewilligung, die ihr durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) erteilt wurde. 

*Bitte beachten Sie, dass wir die in dieser Broschüre genannte Krypto-Dienstleistung (Akzentmodul Krypto) aufgrund der deutschen Regulierung für unsere Kundinnen und Kunden mit Domizil Deutschland nicht erbringen können. 

Redaktionsschluss: 29. Mai 2024

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